Verschollene Generation
Künstler Rudi Gruner
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Rudi Gruner

1909-1984

Rudi Gruner zählt mit Künstlern wie Ernst Hassebrauk, Theodor Rosenhauer und anderen zur «Verschollenen Generation» jener Maler, die - um 1905 geboren - den Expressionismus bereits als historisch kennen lernen. Ihre Werke sind bis weit nach dem Zweiten Weltkrieg von dieser Begegnung geprägt. Nicht wenige dieser Künstler verweigern sich der Abstraktion und fühlen sich stattdessen einem expressiven Realismus verpflichtet, der in der Traditionslinie der Künstlergruppe Brücke und der französischen Fauvisten steht. Insbesondere Porträts und Figurenbilder, aber auch frühe Landschaftsdarstellungen von Gruner belegen zum einen dessen formale Orientierung an den Werken der deutschen Expressionisten um Emil Nolde, Karl Schmidt-Rottluff und Ernst Heckel, zum anderen seine prägnante künstlerische Handschrift und stilistische Eigenständigkeit. Gruners kleinformatige Illustrationen zur Weltliteratur des 19. und 20. Jahrhunderts müssen keinen Vergleich scheuen, er erweist sich in ihnen als ebenbürtiger Meister neben renommierten Illustratoren wie Joseph Hegenbarth oder Max Schwimmer. Werke von Rudi Gruner befinden sich in den Kunstsammlungen Chemnitz, der Neuen Sächsischen Galerie und in Privatbesitz. Zuletzt öffentlich präsentiert wurde Gruner 1995 in der Chemnitzer Hofgalerie, 1997 in der Neuen Sächsischen Galerie und 1999 in der Galerie Borssenanger. 2009 erinnerte der Verein Kunst für Chemnitz mit einer Retrospektive an den 100. Geburtstag des Künstlers. Quelle: Dr. Tilo Richter

Nachklang eines Lebenswerks- Rudi Gruner zum 100. Geburtstag

«Mich festlegen, ein Unding, man kann nicht sagen, das ist der Gruner. Ich bin mal so und mal so wie das Leben ist.» Der 1909 geborene Maler und Zeichner Rudi Gruner schreibt diesen Gedanken auf eines von Tausenden Blatt billigen Papiers und legt es zu ungezählten Skizzen im Kleinformat, souverän und kraftvoll mit der Stahlfeder gezeichnet: Illustrationen zu großen Romanen der Weltliteratur, Porträts im Café nebenan, Körperstudien im Theater und im Atelier, reduzierte Landschaften. Ein Künstlerleben lang ist er auf der Suche nach seiner Haltung, seiner Weltsicht, seiner Handschrift, mitgeprägt von Zweifeln, aber auch bestärkt von wenigen engen Weggefährten und immer begleitet von seiner Frau Charlotte. Der Wunsch, «Malerkünstler» zu werden, entsteht früh, bereits im Alter von sechs Jahren soll Gruner ihn geäußert haben. Von 1924 an erlernt er das Handwerk des Musterzeichners für die Textilindustrie, zwischen 1939 und 1944 malt er Plakate für Chemnitzer Lichtspielhäuser, bevor er als Soldat in den Krieg ziehen muss. Schon in diesen Jahren stellt Gruner seine Kunstwerke aus, zeigt trotz Tragik und Tristesse der Kriegsjahre seine Gemälde und Zeichnungen. Erst nach dem Ende des Schreckens, Mitte der 1940-er Jahre, entschließt sich Gruner, freischaffend als Maler und Zeichner zu arbeiten. Die materiellen Verhältnisse, unter denen sein Lebenswerk entstand, müssen als höchst bescheiden bezeichnet werden. Denn so umfassend die Kunst zu Gruners Lebensinhalt beitrug, so eng begrenzt diente sie seinem Lebensunterhalt. Einige wenige Privatschüler sind deshalb nötiger Broterwerb, zugleich aber auch willkommener künstlerischer Austausch. Unter denen, die Rudi Gruner damals konsultieren, sind die noch jungen Chemnitzer Axel Wunsch und Armin Forbrig, Otfried Rost und Dieter Netzker. Michael Morgner - Künstlerkollege in der Karl-Marx-Städter Genossenschaftsgalerie, aus der 1973 die galerie oben hervorgeht - schätzt nicht nur Gruners Kunst hoch, sondern auch dessen «kräftigen und ehrlichen Händedruck ». Dennoch steht Rudi Gruner oft neben seinen Zeitgenossen und Künstlerfreunden, hat für das Zeigen und Öffentlichmachen seiner Werke keine Ader. Die Meinung anderer über seine Kunst hat für ihn offenbar nur marginale Bedeutung, wenn er schreibt: «Ich kann mich nicht um Meinungen anderer in Kunstdingen kümmern, das macht nur Ärger. Ich muss selbst wissen, was ich will, darauf kommt es an.» Zeitlebens ist Rudi Gruner auf der Suche nach Ehrlichkeit in seinen Bildern. Die verbliebenen, eher zufälligen Bruchstücke dieses Lebenswerks können nur schemenhaft abbilden, was er in rund vier Jahrzehnten geschaffen hat. Gleichwohl belegen schon diese Fragmente Gruners ebenso vehemente wie anhaltende Suche nach Wahrheit, Tiefe und Kraft in seinen Bildern, sie zeigen das breite Spektrum von Lebensfreude, Sinnsuche und Selbstzweifel. «Gruner herb, bohrend, den Sinn des Lebens suchend, das Gegenständliche oft nur als Werkzeug benutzend, um den Kern bloßzulegen, den Problemen des menschlichen Seins nachspürend, wobei es oft zu seltsamen, geheimnisvollen Überschneidungen zwischen der Welt der Dinge und der seelischer Vorgänge kommt ...» urteilt ein Rezensent im Mai 1947. Vor allem die frühen Gemälde Gruners aus den Jahren zwischen 1945 und 1965 überraschen durch ihre kräftigen Farben und eine ebenso beeindruckende wie einprägsame Motivwelt. Psychologisierende Porträts und formal reduzierte Landschaftsmalereien markieren dabei die künstlerischenHöhepunkte. Klare Strukturen verweisen auf Gruners Meisterschaft als Zeichner, nahezu jedes Gemälde baut auf eine solide Konstruktion von Linien, die Farben geben den Kompositionen die nötige Masse und Stimmung. Gruner formulierte seinen Anspruch an den inneren Gehalt seiner Arbeiten selbst: «Nicht die Oberfläche als Selbstzweck. In der Oberfläche muss sich die Tiefe widerspiegeln.» Und nicht zufällig fällt Gruners stärkste Schaffenszeit in die Nachkriegsjahre. Das zuvor Erlebte reflektiert er hochemotional, verlorene Chancen und vergebene Jahre einer von Inflation und Weltwirtschaftskrise, Naziterror und Kriegsgeschehen geprägten Jugendzeit will er - wie viele andere der «verlorenen Generation» - nachholen. Er sieht euphorisch in die Zukunft, will das zuvor erlebte Leid und die Entbehrungen hinter sich lassen. Vielleicht sind Gruner auch deshalb bestimmte Motive besonders nah und vertraut: Die exotischen Szenen und Maskeraden im Theater, das Skurrile der Fastnacht und der Zauber von Zirkuswelten sind in zahllosen Stahlfederzeichnungen und vielen seiner wichtigen Malereien dargestellt. Zugleich sind es die hügeligen Landschaften des nahen Vorerzgebirges, deren Farbspiel und Liniatur er in seinen Bilder zeigt. Schroffe Steinbrüche sind Metapher für die fahle Leere, für das Fehlende im Gesamtbild. In den Wasserflächen spiegeln sich Himmel und Mond, sie verweisen auf die den Dingen innewohnende Gegenwelt von Gedanken. Quelle: Dr. Tilo Richter

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Liegende

 


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In der Stadt

 

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Straßenpassant

 

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Straßenschlucht mit Laterne

             

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Häuser am Berg

 

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Paar (Mann die Frau betrachtend)

 

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Paar (sich betrachtend)

 

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Junge Frau im Profil

             

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Kopf im Profil

 

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Junges Paar

 

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Zwei Frauen im Gespräch

 

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Frau und Sartyr am Fenster

             

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Sartyr und Weib

 

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Rudi Gruner
Ohne Titel

 

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Ohne Titel

 

Rudi Gruner

Rudi Gruner
Ohne Titel

             

Rudi Gruner

Rudi Gruner
Ohne Titel

 

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Rudi Gruner
Mädchen

 

Rudi Gruner

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Herbstlandschaft

 

Rudi Gruner

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Landschaft mit
Bach
 

             

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Adelsberger Flur im Winter

 

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Liegende

 

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